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Gedanken zu November

„Oh, da kommt er wieder, der November, ich mag diesen Monat nicht, er liegt so voller Trauer und ist einfach nur trist und grau“.

Diese Aussage höre ich jedes Jahr, immer und immer wieder, von vielen Menschen. Aber ist es wirklich so?

Oder sind dies nur übernommene Glaubenssätze von Generation zu Generation.
Wenn ich nun aus dem Fenster schaue, sehe ich kein grau, ich sehe die bunte Farbenvielfalt der Blätter

und ja, sie fallen, die Bäume werden leer. Aber auch das ist jedes Jahr gleich, der Herbst lädt uns nun einmal wieder ein,

loszulassen, unser „altes Blätterkleid“ abzuwerfen, was wir nicht mehr wollen.
Welche Dinge möchtest Du loslassen, weil Sie nicht mehr zu Dir gehören, weil Sie nicht mehr zu Deinem Leben gehören sollen?

Was ist alt und verbraucht und längst ausgenudelt?

Dazu lädt uns diese Zeit ein, höre in Dich hinein, werde ruhig oder still, mache es Dir gemütlich mit vielen Kerzen und Lichtern.

Bereite Dir einen köstlichen Tee und verwöhne Dich mit allem, was Dir guttut.
Versuche diese Atmosphäre immer mehr als heimelig zu sehen und in Dir einzuladen.
Die Natur geht langsam in eine Ruhepause und zeigt Dir nichts anderes, als es selbst zu tun.

Vielleicht sträubt sich anfangs einiges in Dir, das zuzulassen, aber Du wirst merken, dass es Dir gut tun wird.

Immer mehr, von Tag zu Tag.

Und genau in dieser Energie, in dieser Ruhe schaffen es unsere Lieben im Himmel, uns zu erreichen.

Durch Gedanken, die wir an sie bekommen oder durch Gerüche, wie After Shave, Parfüm, Tabak o.ä.
Vorher nehmen wir dies nicht bewusst wahr, obwohl Sie ständig bei uns sind und uns erreichen wollen,

weil wir in der Hektik oder unseren Alltagsabläufen so sehr involviert und gefangen sind.
Und genau dann, wenn wir dies nicht wahrnehmen können, dann werden wir traurig und

finden diesen Monat mit all‘ seinen „blöden Trauertagen“ ganz furchtbar.

Also lass‘ Dich ein auf ein Stück Ruhe und Gemütlichkeit. Sprich mit Deinen Lieben, als wären Sie nebenan im Raum,

erzähle ihnen von Deinen Gefühlen, Deinen Alltagserlebnissen auch von Deinen Sorgen.
In meiner Familie ist sehen von verstorbenen Menschen und mit ihnen sprechen nichts Ungewöhnliches.

Meine Großmutter konnte dies, meine Mutter auch und so ist es nicht verwunderlich, dass ich dieselben

Fähigkeiten mitbekommen habe.
Das kannst Du jetzt „spuky“ nennen oder verrückt, das ist o.k. Ich weiß, was ich gesehen habe und sehe,

was ich gehört habe und höre.Aber dies kann ich auch nur mit Ruhe in mir.

Ich habe meine Großmutter an ihrem Todestag im Garten gesehen und sie hat mir wundervolle Worte mitgegeben.

Außerdem tauchte sie auf der anderen Straßenseite auf, als wir im Beerdigungsinstitut waren, um sie „zu besuchen“

und da passte noch einmal so gut der Spruch von Charles Peguy, den ich Dir hier nur wärmstens empfehlen kann

für alle „Trauerphasen“, die Dich ereilen mögen.

Fühle Dich herzlich umarmt und genieße den „zauberhaften“ November.

Claudia Kisters

Salzgrotte Salina Vita

Auf der anderen Seite des Weges

Der Tod ist nichts,
Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.

Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam
gelacht haben.

Betet, lacht, denkt an mich. Betet für mich.
Damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgendeine besondere Betonung,
ohne die Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.

Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in Euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in Eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg, nur auf der anderen Seite des Weges.

(Charles Peguy)